Datum: 15. August 2026 um 17:07 Uhr
Alarmierungsart: Apager, DME, Sirene
Dauer: 8 Stunden 23 Minuten
Einsatzart: B Waldbrand (Fehlalarm)
Einsatzort: Waldaschaff
Einsatzleiter: Benjamin Schäfer (GF-Dammbach) | AB Kater 12/1 (Einsatzleitung) | Aschaffenburg 4 (Einsatzleiter)
Mannschaftsstärke: 15
Einheiten und Fahrzeuge:
- Feuerwehr Dammbach: MFZ Dammbach 11/1 | AB – 2285 , HLF Dammbach 40/1 | AB-DA 401 , TLF Dammbach 22/1 | AB-DA 221
- Kreisbrandinspektion: Florian AB-Land 1 | KBR Frank Wissel , Florian AB-Land 1-1 | KBM Markus Fischer , Florian AB-Land 1-1/2 | Tim Dedio , Florian AB-Land 1-1/3 | Andreas Hausotter , Florian AB-Land 1-1/4 | Fabien Kriegel , Florian AB-Land 1-2 | KBM Andreas Ullrich , Florian AB-Land 1-3 | KBM Raphael Debes , Florian AB-Land 1-4 | KBM Christoph Ostheimer , Florian AB-Land 1-5 | KBM Alexander Reuß , Florian AB-Land 1-6 | KBM Eva Freudenberg , Florian AB-Land 1-7 – Fachberater Psychosoziale Notfallversorgung | Katja Roth , Florian AB-Land 1-7 – Kreisfeuerwehrarzt | Dr. (Univ. Budapest) Dr. med. Jürgen Luxem , Florian AB-Land 1-7 | KBM Tobias Brinkmann , Florian AB-Land 1-8 | KBM Martin Bahmer , Florian AB-Land 1-9 | KBM Volker Hock , Florian AB-Land 2 | KBI Otto Hofmann , Florian AB-Land 2-1 | KBM Max Asmar , Florian AB-Land 2-2 | KBM Marco Laske , Florian AB-Land 2-3 | KBM Marco Eich , Zug Verpflegung
- Landkreis Zug 1
- Landkreis Zug 2
- Landkreis Zug 3
- Landkreis Zug 4
- Landkreis Zug 5
- Landkreis Zug 6
- Landkreis Zug 7
- Landkreis Zug 8
- Landkreis Zug 9
- Feuerwehr Aschaffenburg: ELW1 Aschaffenburg 1/12/1 , Florian Aschaffenburg 3 , GW Aschaffenburg 1/52/1 , GW Aschaffenburg 1/55/1 , GW Aschaffenburg 1/61/1 , GW Aschaffenburg 1/62/1 , GW Aschaffenburg 1/62/2 , GW Aschaffenburg 1/91/1 , GW Aschaffenburg 1/91/2 , Hlf 20 Aschaffenburg 1/40/1 , Hlf 20 Aschaffenburg 1/40/2 , Hlf 20 Aschaffenburg 3/40/1 , Hlf 20 Aschaffenburg 8/40/1 , Kdow Aschaffenburg 1/10/1 , LF20 Aschaffenburg 3/41/1 , WLf Aschaffenburg 1/35/1 , WLf Aschaffenburg 1/35/2
- Feuerwehr Bessenbach: ELW 1 Bessenbach 12/1 , MZF Bessenbach 11/1 , HLF Bessenbach 40/1 , HLF Bessenbach 42/1 , TLF 16/24 Bessenbach 22/1 , V-LKW Bessenbach 56/1
- Feuerwehr Goldbach: ELW1 Goldbach 12/1 , MTW Goldbach 14/1 , GW-L1 Goldbach 55/1 , GW-S Goldbach 59/2 , GW-V Goldbach 59/1 , HLF Goldbach 40/1 , TLF 16/25 Goldbach 20/1 , WLF Goldbach 35/1 , AB Logistik , AB Mulde , AB Wasser
- Feuerwehr Großostheim: ELW 1 Großostheim 11/1 , TLF 20/40-SL Großostheim 23/1 , V-LKW Großostheim 56/1 , WLF Großosheim 35/2
- Feuerwehr Heimbuchenthal: HLF Heimbuchenthal 40/1
- Feuerwehr Kleinkahl: HLF 10 Kleinkahl 42/1 , MZF Kleinkahl 11/1 , TLF 4000 Kleinkahl 23/1
- Feuerwehr Mainaschaff: ELW 1 Mainaschaff 12/1 , HLF 20 Mainaschaff 40/1 , StLF 10/6 Mainaschaff 47/1 , V-LKW Mainaschaff 56/1
- Feuerwehr Mespelbrunn-Hessenthal: MTF Mespelbrunn-Hessenthal 14/1 , HLF Mespelbrunn-Hessenthal 40/1 , GW-L2 Mespelbrunn-Hessenthal 56/1
- Feuerwehr Schöllkrippen: GW-L1 Schöllkrippen 55/1 , HLF 20 Schöllkrippen 40/1 , MZF Schöllkrippen 11/1 , V-LKW Schöllkrippen 56/1
- Feuerwehr Stockstadt am Main: ELW Stockstadt 12/1 , HLF 20 Stockstadt 40/1 , HLF Stockstadt 41/1 , TLF 3000 Stockstadt 21/1
- Feuerwehr Waldaschaff: KdoW Waldaschaff 10/1 , ELW1 Waldaschaff 12/1 , MTW Waldaschaff 14/1 , DLK Waldaschaff 30/1 , GW-Licht Waldaschaff 63/1 , HLF Waldaschaff 40/1 , HLF Waldaschaff 42/1 , RW Kran Waldaschaff 60/1 , TLF Waldaschaff 22/1 , TLF Waldaschaff 23/1 , V-LKW Waldaschaff 56/1 , Anhänger Logistik Waldaschaff , Gabelstapler Waldaschaff , Motorrad Waldaschaff 17/1 , RW3 Waldaschaff
- Feuerwehr Winzenhohl: HLF Winzenhohl
Einsatzbericht:

Daten aus Apager
B Wald
im Freien größér 1 000m
Bericht
Seit Samstagnachmittag sind zahlreiche Einsatzkräfte mit der Bekämpfung eines großflächigen Vegetations- und Waldbrandes in Waldaschaff beschäftigt. Der Einsatz begann am Samstag, dem Feiertag Mariä Himmelfahrt, gegen 16:20 Uhr. Aufgrund der extremen Witterungsbedingungen entwickelte sich von Beginn an eine sehr anspruchsvolle und dynamische Einsatzlage.
Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs herrschten sogenannte „Dirty-Thirty“-Bedingungen. Dieser Begriff beschreibt in der Vegetationsbrandbekämpfung eine besonders kritische Kombination aus Temperaturen von über 30 Grad Celsius, einer relativen Luftfeuchtigkeit von weniger als 30 Prozent und Windgeschwindigkeiten von mehr als 30 Kilometern pro Stunde. Unter solchen Voraussetzungen können sich Vegetationsbrände innerhalb kürzester Zeit stark ausbreiten. Entsprechend schwierig gestalteten sich die Löscharbeiten bereits in der Anfangsphase.
Das Feuer entstand zunächst im Bereich einer Freifläche und breitete sich anschließend auf das angrenzende Waldgebiet aus. Durch die starke Rauchentwicklung wurde die Bevölkerung über die entsprechenden Warnsysteme informiert. Die Menschen wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und den betroffenen Bereich weiträumig zu meiden. Zusätzlich informierte die Polizei mit Lautsprecherdurchsagen über die Gefahrenlage und notwendige Schutzmaßnahmen.
Schutz von Wohnbebauung und Waldkindergarten
Eine der wichtigsten Aufgaben der Einsatzkräfte bestand darin, die unmittelbar angrenzende Bebauung sowie gefährdete Einrichtungen vor den Flammen zu schützen. Durch einen massiven und gezielten Löschangriff gelang es den Feuerwehren, eine weitere Ausbreitung in Richtung der Wohnanwesen zu verhindern.
Besonderes Augenmerk galt dem im gefährdeten Bereich gelegenen kirchlichen Waldkindergarten, der regulär von rund 20 Kindern besucht wird. Die Einsatzkräfte konnten die Einrichtung erfolgreich gegen das Feuer verteidigen und ein Übergreifen der Flammen verhindern.
Aufgrund der zunächst sehr dynamischen Lage ließ die Polizei vorsorglich mehrere gefährdete Wohnhäuser räumen. Davon waren etwa 80 Bewohnerinnen und Bewohner betroffen. Sie wurden vorübergehend in der Waldaschaffer Sporthalle untergebracht und dort durch Kräfte des Betreuungsdienstes versorgt. Nachdem sich die Lage stabilisiert hatte und keine unmittelbare Gefahr für die Gebäude mehr bestand, konnten die Häuser wieder freigegeben werden und die Bewohner zurückkehren.
Umfangreiche Löschwasserversorgung
Aufgrund der Größe des Einsatzgebietes wurden mehrere Einsatzabschnitte eingerichtet. Eine besondere Herausforderung stellte die kontinuierliche Versorgung der Einsatzkräfte mit ausreichend Löschwasser dar.
Neben Tanklöschfahrzeugen und Abrollbehältern Wasser kamen deshalb auch wasserführende Fahrzeuge sowie Tankfahrzeuge örtlicher Landwirte und Unternehmen zum Einsatz. Durch die Zusammenarbeit der verschiedenen Kräfte konnte die Löschwasserversorgung auch während der umfangreichen Brandbekämpfung aufrechterhalten werden.
Unterstützung aus der Luft
Bereits am Samstag wurde die Brandbekämpfung durch Polizeihubschrauber unterstützt. Je ein Hubschrauber aus Bayern und Hessen führte gezielte Löschwasserabwürfe über dem Brandgebiet durch. Dadurch konnten insbesondere schwer zugängliche Bereiche erreicht werden.
Das Löschwasser nahmen die Hubschrauber aus einem eigens eingerichteten Löschwasserbehälter am Sportplatz in Waldaschaff auf. Mit Einbruch der Dunkelheit musste der Flugbetrieb am Samstag zunächst eingestellt werden.
Die umfangreichen Löschmaßnahmen zeigten im Verlauf des Abends Wirkung. Nach aktuellem Stand konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers während der Nacht verhindert werden. Rund 200 Einsatzkräfte verblieben über Nacht an der Einsatzstelle. Sie sicherten das Brandgebiet und führten die Lösch- und Nachlöscharbeiten ohne Unterbrechung fort. Dabei wurden die betroffenen Flächen kontinuierlich auf verbliebene Brand- und Glutnester kontrolliert.
Rund 300.000 Quadratmeter betroffen
Mit Tagesanbruch am Sonntag wurden die Arbeiten erneut intensiviert. Nach einer genaueren Bewertung des Brandgebietes gehen die Einsatzkräfte mittlerweile von einer betroffenen Fläche von etwa 300.000 Quadratmetern aus. Die ursprünglich angenommene Größenordnung von rund 50.000 Quadratmetern musste damit erheblich nach oben korrigiert werden.
Die genaue Erkundung gestaltet sich aufgrund des teilweise schwer zugänglichen Geländes äußerst aufwendig. Um tieferliegende Glutnester vollständig ablöschen zu können, müssen Einsatzkräfte den Waldboden an zahlreichen Stellen mit speziellen Waldbrandwerkzeugen von Hand öffnen.
Die hohen Temperaturen, das unwegsame Gelände und die körperlich sehr anstrengenden Arbeiten stellen dabei eine erhebliche Belastung für die eingesetzten Feuerwehrkräfte dar.
Unterstützung erhalten die Einsatzkräfte durch die landkreiseigene Drohne mit Wärmebildtechnik. Mithilfe der Wärmebildkamera können verdächtige Wärmequellen und Glutnester aus der Luft erkannt werden. Die entsprechenden Stellen werden anschließend von den Bodenkräften gezielt kontrolliert und abgelöscht.
Seit Sonntagvormittag sind auch wieder die beiden Polizeihubschrauber aus Bayern und Hessen im Einsatz. Gegen 11 Uhr wurden die Löschwasserabwürfe erneut aufgenommen. Diese unterstützen insbesondere die Arbeiten in schwer zugänglichen Bereichen. Die aufwendige Nachlöscharbeit der Einsatzkräfte am Boden kann dadurch jedoch nicht ersetzt werden.
Rund 800 Einsatzkräfte eingebunden
Seit Beginn des Einsatzes waren insgesamt bereits rund 800 Einsatzkräfte in die umfangreichen Maßnahmen eingebunden. Der Rettungs- und Sanitätsdienst stellte während des gesamten Einsatzverlaufs die medizinische Absicherung sicher.
Bislang wurden fünf Feuerwehrdienstleistende verletzt. Alle konnten ambulant medizinisch versorgt werden; eine stationäre Behandlung war nach bisherigen Angaben nicht erforderlich. Zusätzlich wurde eine verletzte Passantin durch die vor Ort eingesetzten medizinischen Kräfte behandelt.
Parallel zum Waldbrandeinsatz musste außerdem ein weiterer medizinischer Notfall im Ortsgebiet Waldaschaff abgearbeitet werden. Hierzu rückten Einsatzkräfte gemeinsam mit einem zur Absicherung bereitstehenden Rettungswagen und einem Notarzt aus. Somit konnte trotz des laufenden Großeinsatzes die notwendige medizinische Hilfe sichergestellt werden.
Große Unterstützung aus der Bevölkerung
Die Versorgung und Verpflegung der zahlreichen Einsatzkräfte wurde unter anderem durch die landkreiseigene Logistikeinheit und die Feldküche gewährleistet.
Große Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte zudem aus der Waldaschaffer Bevölkerung. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger stellten spontan Getränke und Verpflegung zur Verfügung. Auch örtliche Landwirte, Unternehmen und Betriebe unterstützten insbesondere beim Wassertransport oder boten weitere Hilfe an.
Allen Unterstützerinnen und Unterstützern gilt für diese große Hilfsbereitschaft ein besonderer Dank.
Gleichzeitig weist die Einsatzleitung ausdrücklich darauf hin, keine eigenständigen Hilfsaktionen im Einsatzgebiet durchzuführen. Fahrzeuge, Maschinen oder sonstige Geräte sollen nicht unaufgefordert zur Einsatzstelle gebracht werden. Sämtliche benötigten Ressourcen werden zentral über die Feuerwehreinsatzleitung koordiniert. Sollte weitere Unterstützung erforderlich sein, werden entsprechende Betriebe und Helfer gezielt angesprochen. Dadurch sollen unnötiger Verkehr und zusätzliche Gefahren vermieden sowie die Zufahrts- und Rettungswege freigehalten werden.
Betretungsverbot – weiterhin erhebliche Gefahr
Für das vom Feuer betroffene Waldgebiet besteht weiterhin ein Betretungsverbot. Auch wenn die weitere Brandausbreitung zunächst gestoppt werden konnte, bedeutet dies ausdrücklich noch keine vollständige Entwarnung.
Durch Trockenheit und Brandeinwirkung wurden zahlreiche Bäume erheblich geschädigt. Es besteht die Gefahr plötzlich umstürzender Bäume sowie herabfallender Äste. Bereits während der Nacht stürzten Bäume unvermittelt um. Im betroffenen Gebiet besteht deshalb weiterhin akute Lebensgefahr.
Die Bevölkerung wird dringend aufgefordert, das Einsatzgebiet weiträumig zu meiden und das betroffene Waldgebiet keinesfalls zu betreten. Dies gilt ausdrücklich auch für Schaulustige.
Ebenso dürfen im Einsatzgebiet keine privaten Drohnen betrieben werden. Sie können die eingesetzten Polizeihubschrauber und andere Luftfahrzeuge erheblich gefährden und dadurch im schlimmsten Fall zur Unterbrechung des Flugbetriebs führen.
Im Bereich Waldaschaff sowie auf den Zufahrtswegen zum Einsatzgebiet ist weiterhin mit einem erhöhten Aufkommen von Feuerwehr-, Rettungs- und weiteren Einsatzfahrzeugen zu rechnen. Zufahrts- und Rettungswege müssen daher unbedingt freigehalten werden.
Einsatzleitung und Koordination
Die Einsatzleitung liegt bei Feuerwehreinsatzleiter Thorsten Fleckenstein, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Waldaschaff. Bei der Führung und Koordination des umfangreichen Einsatzgeschehens wird er durch die Kreisbrandinspektion des Landkreises Aschaffenburg unter Leitung von Kreisbrandrat Frank Wissel unterstützt.
Auch Landrat Dr. Alexander Legler sowie der Erste Bürgermeister der Gemeinde Waldaschaff, Markus Grimm, waren in die Koordination der Einsatzlage eingebunden.
Im Landratsamt Aschaffenburg waren zudem die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) und die Kommunikationsgruppe besetzt. Von dort aus wurden die notwendigen Maßnahmen auf Ebene der Katastrophenschutzbehörde koordiniert und die Einsatzleitung vor Ort unterstützt.
Die Kriminalpolizei hat zwischenzeitlich die Ermittlungen zur Entstehung des Brandes aufgenommen. Zur genauen Brandursache liegen derzeit noch keine abschließenden Erkenntnisse vor.
Einsatz dauert weiterhin an
Die Lösch- und Nachlöscharbeiten werden auch am Sonntag mit hoher Intensität fortgesetzt. Das gesamte Brandgebiet wird weiterhin engmaschig überwacht und systematisch nach verbliebenen Glutnestern abgesucht.
Aufgrund der Größe des betroffenen Gebietes, der anhaltenden Trockenheit und der aufwendigen Nachlöscharbeiten lässt sich derzeit noch nicht zuverlässig abschätzen, wie lange der Einsatz andauern wird.
Wichtiger Hinweis:
Auch wenn sich die Lage stabilisiert hat, besteht im betroffenen Waldgebiet weiterhin erhebliche Gefahr. Bitte beachten Sie die Absperrungen und Anweisungen der Einsatzkräfte, meiden Sie das Gebiet und halten Sie sämtliche Zufahrts- und Rettungswege frei.
@KFV Aschaffenburg








